Viertägige Konzertreise des Akkordeon-Orchesters Lünen 1951 nach Amrum

Wie man eine Insel begeistern kann

von Dominik Wied

Geplant war die Fahrt schon lange - Am Wochenende über Fronleichnam 2004 wurde sie endlich durchgeführt. Das Akkordeon-Orchester Lünen 1951 fuhr für vier Tage nach Amrum, um dort neben musikalischen Auftritten eine Menge Spaß zu haben. Es wurde eine Fahrt, die den Mitgliedern noch lange in Erinnerung bleiben wird und den Insulanern drei sehr schöne Konzerte mit beliebten Akkordeonklängen brachte.

Zweitägige Probenwochenenden zum Beispiel nach Elspe ins Sauerland gehören schon fast zum Standardprogramm, eine längere Fahrt gab es in dem Orchester schon lange nicht mehr. Deshalb waren wir uns darüber einig, dass unser Orchester mal wieder eine derartige Reise durchführen sollte. Das Ziel Amrum eignete sich äußerst gut: Nicht nur die schöne, ruhige Insel lockte uns, sondern auch die Tatsache, dass der Großvater eines Mitglieds früher dort Bürgermeister war. Nach längeren Planungen wurde das Dorf Wittdün als Ziel ausgesucht.

Mehr als 30 Mitglieder - von jung bis alt - sicherten ihre Teilnahme zu und so konnte die Fahrt beginnen. Nach einer langen Busfahrt, die von unserem Vorsitzenden Winfried Kobsa souverän gemeistert wurde, und einer langen Fährfahrt kamen wir früh am Nachmittag auf Amrum an. Wer dachte, sich erst einmal ausruhen zu können, um dann entspannt den Abend zu genießen, irrte: Es ging um 17 Uhr sofort mit dem ersten Konzert auf einer Strandterrasse in Wittdün los. Plakate auf der ganzen Insel sorgten dafür, dass wir bereits bekannt waren. Trotz der langen Fahrt war das Konzert ein Erfolg. Ulli Gronemeyer begleitete uns sicher am Schlagzeug und Angelika Gutbier übernahm die Moderation in sehr ansprechender Form. Auch das fehlende Dirigat von Andreas Patschinsky, der selber zum Akkordeon in der ersten Stimme griff, machte sich kaum bemerkbar. Nach etwas mehr als einer Stunde gehobener Unterhaltungsmusik entließen uns die Zuhörer auf der Strandpromenade erst nach einer Zugabe. Wir verkauften sogar einige CDs, die schon länger im Schrank verstaubten.

Ähnlich erfolgreich wurden die nächsten beiden Konzerte. Das zweite in Norddorf am Freitag Nachmittag wurde von einem inoffiziellen Vorkonzert von Sabine Patschinsky, die Musettemusik präsentierte, eröffnet. Sogar der Bürgermeister gesellte sich schließlich zu den Zuhörern. Da störte selbst der starke Wind nicht mehr, der so manchen Notenständer fast umfallen ließ. Die Matinee am Samstag in Nebel bildete den Abschluss der musikalischen Darbietungen. Wir spielten in einem Strandlokal ohne Wind und Geräusche von außen – Konnten wir wohl deshalb die Anzahl der verkaufen CDs noch einmal steigern?

Wie unschwer zu erkennen ist, bildeten die Konzerte nur einen Teil des Wochenendes. Galt die Reise offiziell als Konzertreise, war es inoffiziell viel mehr. Vorherigen Wettervorhersagen zum Trotz hatten wir viel Sonnenschein und konnten die Insel gut erkunden. Dünenwanderungen oder Besichtigungen von Leuchttürmen gehören zu einer Inselreise einfach dazu. Auch der altbewährte Drachen ließ sich am Strand gut einsetzen, da genug Wind vorhanden war. Die Aktivitäten am Abend waren ebenfalls vielfältig: Die Palette reichte vom gemütlichen Zusammensitzen in der nahegelegenen Kneipe über lange Kartenrunden bis hin zu Abendspaziergängen am Strand.

Insgesamt hat sich durch die Reise unsere Gemeinschaft noch weiter verbessert. Es tat den Mitgliedern sichtlich gut, vier Tage der Alltagswelt zu entfliehen und gemeinsam etwas zu erleben. Besonders hat mir gefallen, dass wir auch generationenübergreifend viel Spaß hatten. Von allem etwas war dabei und so manch einer war überrascht, dass am Samstag Abend schon zu hören war: „Abfahrt morgen früh um 10 Uhr“.

Grund genug, solch eine Fahrt noch einmal zu wiederholen. Dann vielleicht nach Italien, in das Land des Akkordeons?

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