Westfälischer Anzeiger, 2. September 2013

Das Akkordeon-Orchester Lünen unterhielt die Zuhörer im Martin-Luther-Viertel.

Foto: Mroß

Kunstfest lockt die Massen

"La Fête" begeistert mit Mischung aus Musik, Kunst und Kultur

HAMM. Mehrere Tausend Besucher feierten am Wochenende die 14. Auflage des Kuturfestes "La Fête". Ganz besonders groß war der Zuspruch in den Abendstunden, als es auf dem Festplatz kaum noch einen freien Sitzplatz gab.
Eigentlich hätte Werner Reumke am Samstag den 20. Geburtstag seines Speisen- und Weingeschäfts gefeiert - doch der Fest-Organisator und Vorsitzende des "Vereins zur Förderung des Martin-Luther-Viertels" hatte genug anderes zu tun. "Wir sind Weltmeister im Organisieren, hier ist alles möglich", umschrieb er die Situation am Vormittag, als der einsetzende Regen drohte, den Programmablauf durcheinander zu bringen.
Da keiner der geplanten Aufritte abgesagt werden sollte, wich die Trommelgruppe der Diakonischen Stiftung Wittekindshof kurzerhand in das vor zwölf Jahren geschlossene Kino aus. Da auch am frühen Nachmittag noch Unsicherheit in Sachen Wetter herrschte, traten auch die Akteure des Malteser-Fausttheaters mit ihrer Version von "Don Carlos" im ehemaligen Kinosaal auf. "Das ist für uns überhaupt kein Nachteil, haben wir doch hier die Möglichkeit, unser Stück ohne große technische Unterstützung aufzuführen", sagte Regisseur Peter Lüffe.
Werner Reumke sorgte mit entsprechender Moderation auf der Kleinkunst-Bühne gegenüber der

Kirche dafür, dass sich der Saal auf den kurzfristig organisierten Sitzbänken schnell füllte. Nach dem Stück hatten die Besucher hier zudem die Möglichkeit, einige seltene Ausstellungsstücke aus dem Foto-, Film- und Tonmuseum näher unter die Lupe zu nehmen. Gegen Nachmittag entwickelte sich das mit vielen Kunst- und Kulturständen bestückte Viertel zu einer Bummelzone für immer mehr Interessenten. Lediglich an der Martin-Luther-Straße hätten sich einige der Beteiligten mehr Zulauf gewünscht. "Sonst gab es hier noch mehr Stände", erklärte Künstlerin Ulla Büchel. Aus finanziellen Gründen endete das Programm der benachbarten und im Hinterhof befindlichen Galerien jedoch schon etwas eher. "Es war einfach nicht mehr Geld da, um hier noch eine Band für die Abendstunden zu engagieren", bedauerte Künstlerin Anna Hübsch. Dagegen gab es am Abend auf dem Platz vor der Lutherkirche kaum einen freien Platz. Die "Louis Blues Band", "The Infidels" und später auch "Harry's Rock'n Roll Kapelle" sorgten bis Mitternacht für gute Musik und Stimmung. Das vielseitige kulinarische Angebot von deutschen, türkischen und französischen Speisen sorge dafür, dass kein Besucher hungrig den Heimweg antreten musste. Am 30. August 2014 steigt dann die 15. Auflage.

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