Westfälische Rundschau, 16.03.2010

Unter dem Titel "Moments of Music" wartet das "Akkordeonorchester Lünen 1951 e.V." mit einem großen Programm auf

Musikalisches "Leinwandepos" im Hilpert-Theater

Das Akkordenonorchester präsentierte ein buntes Programm.

Foto: Diethelm Textoris

Diethelm Textoris - Lünen. "Moments of Music", das klingt zunächst wie ein großer Hollywoodfilm. Und in der Tat konnte man beim Konzert des "Akkordeonorchesters Lünen 1951 e.V." unter diesem Titel am Samstagnachmittag im Hilpert-Theater durchaus Parallelen zu einem Leinwandepos ziehen.

Zünftiger Einmarsch

Ein überaus farbiges Programm, verschiedene musikalische Schauplätze überall in der Welt und Lieder, die Geschichten erzählten. Darüber hinaus: viele Darsteller, als "Special Guests" der als "goldene Kehlen von Cappenberg" angekündigte Chor "Querbeet" und die Dirigenten Andreas Patschinsky und Uwe Neumann als Regisseure.
Nach dem zünftigen "Einzugsmarsch" aus dem "Zigeunerbaron", der romantischen Aufforderung "Close your Eyes and listen" und einem Akkordeonsolo von Sabine Patschinsky wurden die Zuschauer vom Chor Querbeet zu einer Reise durch die Kontinente eingeladen, unter anderem mit "Besame mucho" nach Südamerika und "Migildi Magildi" nach Afrika. Es folgte das Akkordeon-Orchester mit den durchkomponierten "Moments of Music" von Adolf Götz, die der Veranstaltung den Namen gegeben hatten.
Den zweiten Teil des Konzerts gestaltete zunächst wieder der Chor Querbeet mit Liedern aus der Alltagswelt. Grönemeyers Song von den Nöten eines Parkplatzsuchenden werden die meisten Zuschauer nach der klaren Intonation der Sängerinnen und Sänger zum ersten Mal richtig verstanden haben. Die Verlorenheit eines "Englishman in New York"

kam ebenso zum Ausdruck wie der liebevolle Schlafgesang einer Mutter (oder auch eines Vaters) in "Goodnight my angel". Danach nahm das Akkordeonorchester die Zuschauer wieder mit auf die Reise, bot die "Petite fleur" von Sidney Bechet in einer charmanten Pariser Musette Version und brachte Malandos weltberühmten Tango "Olé Guapa" im Sound von Xavier Cugat als Salsa-Arrangement. Zwischendurch erklang Totos großer Hit "Africa" in einem exotisch anmutenden Zusammenspiel aus Akkordeon- und Trommelklängen.
Um den eingangs erwähnten Filmvergleich noch einmal aufzugreifen: Solisten waren Margarete Kolesnikow (E-Piano), Katharina Kobsa (Marimbaphon/Percussion), Dietmar Schatte (Schlagzeug), Ulli Gronemeyer (Percussion) und die schon erwähnte Sabine Patschinsky als Solo-Akkordeonistin. Nicht zu vergessen ist Sabine Mauerhöfer als Moderatorin, die, anfangs noch von Lampenfieber geplagt, zunehmend lockerer werdend durch das Programm führte.

Gebührender Abschluss

Trotzdem kann man nicht von "Stars" und "Komparsen" sprechen, denn was dem Publikum an diesem Nachmittag geboten wurde, war eine reife Ensembleleistung, zu der jedes Mitglied seinen Part beisteuerte. Zum Schluss kam ein richtiges "Cinemascope-feeling" auf, als die mehr als 50 Mitwirkenden beider Gruppen die Bühne füllten, gemeinsam Lieder aus "Sister Act" vortrugen und sich mit "Thank you for the music" von Abba vom Publikum verabschiedeten.

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