RuhrNachrichten, 05.03.2002

Mit tosendem Beifall belohnt wurde Sonntag die Uraufführung des Kinder-Tanz-Theaters "Aschenputtel" im ausverkauften Heinz-Hilpert-Theater. 80 tanzbegeisterte Kinder in phantasievollen Kostümen stellten in der zweieinhalbstündigen Inszenierung mit toller Musik und Choreografie ihr Können unter Beweis.

Foto: Günther Goldstein

Kleine Mäuse tanzten Tango

Uraufführung von "Aschenputtel" mit Akkordeon-Orchester und Kinder-Tanz-Theater

LÜNEN • Rap und Mambo beim königlichen Ball und Mäuse, die Tango tanzen: Nur zwei Überraschungen bei der Uraufführung des Kinder-Tanz-Theaters "Aschenputtel" am Sonntagnachmittag im ausverkauften Hilpert-Theater.

Was braucht es für einen kurzweiligen und rundum gelungenen Theaternachmittag? 80 tanzbegeisterte Kinder, ein perfekt eingespieltes Orchester, eine abwechslungsreiche und eindrückliche Musik, eine spannende Handlung, eine Erzählung, die stets den richtigen Tonfall trifft, viele Probenstunden, unzählige fleißige Helfer hinter den Kulissen und, und, und...
Was beweist, dass eine so zauberhaft leicht anmutende Aufführung in Wirklichkeit richtig harte Arbeit ist! Nichts davon war in der zweieinhalbstündigen Inszenierung zu spüren, voller Spielfreude waren die Akteure dabei. Allen voran die Kinder der Gruppe "Tanz und Yoga" unter Leitung von Annie Wilsch-Harnack, die für die Choreografie verantwortlich zeichnete und das Akkordeonorchester Lünen, dem Sabine Patschinsky eine eindrucksvolle Musik

auf den Leib geschrieben hatte, die von Ehemann Andreas mit viel Fingerspitzengefühl umgesetzt wurde.
Ergänzt wurden die Musiker durch Ulli Gronemeyer (Schlagzeug/Pauken) und Katharina Kobsa (Percussion/Pauken). Diese Zusammenarbeit hatte sich bereits beim Weihnachtskonzert bestens bewährt. In Barbara Reher fand das Team eine Erzählerin, die stets genau den richtigen Tonfall traf, um alt und jung im Publikum zu fesseln. So herrlich hat wohl schon lange niemand mehr "Rucke di gu, Blut ist im Schuh" gesagt. Stellvertretend für all die kleinen und großen Tänzerinnen seien hier nur Folasa und Malara Farinde genannt, die das kleine und große Aschenputtel in Trauer und Freude gleichermaßen überzeugend in Szene setzten.
Eine fast zweieinhalbstündige Aufführung, in der selbst die jüngsten Theaterzuschauer bis zum Schluss gebannt bei der Sache waren - das ist wohl der eindrucksvollste Beweis für eine rundum gelungene Vorstellung, die mit tosendem Beifall belohnt wurde. Einziger Wehmutstropfen: Nach dieser Uraufführung ist bislang keine zweite Aufführung geplant - bislang. • Bettina Voß

Voller Spielfreude und in fantasievollen Kostümen waren die kleinen Akteure bei der Uraufführung von "Aschenputtel" bei der Sache.

Fotos: Günther Goldstein

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